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Update – Sport

Viel zu viele Wochen sind in der neuen Saison schon vergangen, ohne dass ich meinen höchst wichtigen Senf zu den Ereignissen rund um Alba, FC und FCH gegeben hätte. Deswegen zunächst ein kurzes Update.

Beginnen wir mit dem erfreulichsten – Alba. Eine Mannschaft mit soviel Potenzial hat Basketball-Deutschland seit dem seligen Wendell Alexis wohl nicht mehr gesehen. In der BBL wurde bisher alles locker vom Parkett geschickt – soweit, so planmäßig. Am 23.10. aber kommt mit Lottomatica Rom der erste Gegner einer Euroleague-Gruppe, die sich gewaschen hat. Fünf Siege braucht man, um weiterzukommen, so die Prognose Luka Pavicevics. Das wird eine enorm schwere Aufgabe, aber es gibt Grund zum Optimismus. Die neuen Aufbauspieler lassen es zwar (im Gegensatz zu einigen anderen im Team – siehe Jenkins und Nadjfeji) bisher an Assists mangeln, überzeugen aber in der Defensive (Hamann) und beim Scoren (Wright). Casey Jacobsen scheint abgezockt genug für einige 100%-Spiele von der Dreier-Linie, und Ansu Sesay ist ein kompletter Vierer, auf beiden Enden des Courts stark unterm Korb und gefährlich aus der Distanz. Lediglich Adam Chubb findet seine Form noch nicht, zu allem Überfluss ist Patrick Femerling noch nicht fit. In Bestbesetzung sollte das Team jedoch keine Probleme haben, den nationalen Titel zu verteidigen, und in Europa den ein oder anderen Sieg zu landen.
Ein Wort zur OZwo-World: Es ist die Halle des Teufels, ja. Essen und Trinken schweineteuer, überall sitzen Bonzen oder von Bonzen eingeladene Unwissende, die Werbung für all die tollen Events nervt schwer. Aber es steht immer noch Alba auf dem Parkett. Ich gehe ja schließlich auch noch ins Ostseestadion, obwohl es längst SchadedassdieDKBnichtpleitegegangenist-Arena heißt.
Damit kommen wir auch schon zum Sorgenkind. Mit Hansa geht es mir wie so manchem Experten mit Bayern München. Man sieht dass es nicht läuft, aber man kann sich beim besten Willen nicht erklären wieso. Ein Beispiel, das letzte Auswärtsspiel in Ingolstadt. Hansa beginnt konzentriert, agiert konsequent und geht folgerichtig nach einer Viertelstunde in Führung, nach einem sehenswert herausgespielten Treffer von Cetkovic. Unerklärlicherweise kommt es in der Folge zu einem Bruch im Spiel, trotzdem fällt der Ausgleich letztlich aus dem Nichts. Gledson sieht schließlich nach einem dummen Foul an der Außenlinie 20 Sekunden nach Anpfiff der 2.Halbzeit Gelb-Rot. Das Schicksal nimmt seinen Lauf, das Spiel geht 2:4 verloren.
Völlig unnötige Gegentore und unerklärliche Nachlässigkeiten markieren in dieser Saison den Weg des FCH, genauso wie souveräne Siege (St.Pauli, Aachen) und Großtaten (Frankfurt). In der Spielanlage im Vergleich zur letzten Saison teils stark verbessert (was zum größten Teil den guten Neuverpflichtungen Retov und Schindler zu verdanken ist), steht letzten Endes viel zu wenig Zählbares, sprich Punkte. Da wünschen sich Spieler wie Fans den so oft, in diesen Tagen auch von den Bayern, beschworenen „Lauf“. Wo die dafür nötige Konstanz herkommen soll, bleibt fraglich.
Christoph Daum hofft, das Geheimnis der Konstanz gefunden zu haben. In putziger Hobbygärtner-Sprache informierte er die Öffentlichkeit, er habe das Team einfach gegossen und gegossen, bis ein zarter Spross (der Sieg gegen Schalke) sich zu einem kleinen Bäumchen (Sieg gegen die Borussia aus Ostholland) entwickelte. Getreu seinem Mantra „Ein Sieg kann Zufall sein, zwei Siege Glück, aber drei Siege sind der Lohn für harte Arbeit“ soll nun ein Heimsieg gegen Cottbus folgen. Die Chancen stehen gut, aber Vorsicht: am Lausitzer Beton haben sich schon Offensivreihen die Zähne ausgebissen, die den Namen auch verdienen. Köln jedoch erspielt sich kaum klare Torchancen, ist im Spiel nach vorne oft noch viel zu harmlos. Trotzdem kann es bei einer weiterhin guten Entwicklung der Mannschaft sein, dass eine für den gemeinen FC-Fan unvorstellbar komfortable Situation entsteht: eine Rückrunde, in der einem nicht ständig Angst und Bange wird ob der Zukunft des FC.

12 Freunde sollt ihr sein.

Optimistisch war ich nicht. Nicht nach dieser Vorbereitung, nicht nach den elenden Wochen des Wartens auf den Erlöser in Gestalt eines countryhörenden Riesen, den man in Zivil locker für einen Stellvertreter der so oft zitierten White Trash-People halten könnte. Das Quali-Turnier in Athen war stark besetzt, neben C-Klasse-Teams (Kapverdische Inseln) gab es starke B-Klasse (Brasilien, Puerto Rico, Kroatien, Slowenien) und absolute Weltklasse (Griechenland). Mittendrin ein deutsches Team, dessen Stärke schwer einzuschätzen war. Klar, ein Nowitzki in Normalform würde unumstrittener Go-to-Guy sein, aber hinter dem Rest stand ein dickes Fragezeichen. Hinter den Playmakern Hamann und Roller, die beide in knappen Situationen, vor allem in Kombination mit gegerischer Full Court Press, Turnover über Turnover produzieren. Hinter der nach dem Ausfall von Okulaja quasi verwaisten 3. Hinter Patrick Femerling, der zwar national dominierte, aber international einfach kein Faktor mehr ist. Und schließlich hinter Chris Kaman, der weder genug Zeit hatte sich an die Mannschaft und ihre Spielzüge, noch an die FIBA-Regeln sowie die FIBA-Schiris zu gewöhnen.
Betrachtet man diese Ansammlung von Problemen, ist der Erfolg gar nicht hoch genug einzuschätzen. Dass Nowitzki brillierte und Kaman sofort zu einem entscheidenden Mann wurde, kann man als normal abhaken. Wie Kaman aber innerhalb der Gruppe aufgenommen wurde, wie der Rekordnationalspieler Femerling ohne zu Murren Platz auf der Bank nahm, das spricht für die gute Chemie innerhalb der Mannschaft. Wie Hamann, Roller und Greene den so oft geäußerten Vorwürfen, sie würden sich hinter Dirk Nowitzki (und neuerdings Kaman) verstecken, entgegneten, spricht für ein gutes Selbstvertrauen. Und auch Dirk Bauermann erwies sich bei diesem Turnier als über jeden Zweifel erhaben. Den mosernden Jan Jagla, der seine wenigen Einsatzchancen nicht nutzen konnte, ließ er zurecht links liegen. Sehr erfolgreich ließ er auch unkonventionelle Aufstellungen spielen (Hamann UND Roller). Er baute Spieler wie Konrad Wysocki zu soliden Rädchen in der Maschinerie auf. Nur deswegen konnte Nowitzki seinen großen Traum wahrmachen. Nur deswegen können wir uns auf Duelle gegen Spanien, Griechenland und die USA freuen. Auch wenn in Peking nicht viel zu holen sein wird – dabei sein ist bei Olympia ja bekanntlich alles.*

*Zur Beruhigung: Beim Schreiben dieser Zeilen hat das Phrasenschwein natürlich geklingelt.

Meister !

Alba Berlin ist deutscher Meister. Nach einer wirklich schwierigen Saison lief das Team in der wichtigen Endphase endlich rund, und schloss die Playoffs mit souveränen 9:2 Siegen als verdienter Meister ab. Nach 5 Jahren konnte Alba also wieder das große Potenzial nutzen, das dem Branchenprimus zur Verfügung steht – das gilt es jetzt auch auf die internationale Ebene zu übertragen. Vorher gilt es allerdings, sich abzeichnende Probleme offensiv anzugehen.
Mit dem Einzug in die EuroLeague ist höchstwahrscheinlich der Umzug in die O²-World nahe des Ostbahnhofes verbunden. Diese 17.000 Zuschauer fassende Arena zu füllen, dürfte ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Die Aussicht auf gähnende Leere und schlechte Stimmung auf den Rängen weckt jetzt schon den Unmut der Fans.
Ein ebenso heißes Eisen ist die Personalpolitik. Gerüchte um eine Verpflichtung von Steffen Hamann halten sich hartnäckig. Der Nationalspieler ist unter Berliner Fans ungefähr so beliebt wie alkoholfreies Bier, Spiele in der Max-Schmeling-Halle gerieten für Steffi immer zu Spießrutenläufen. Auch werden seine Qualitäten als Point Guard stark angezweifelt, vor allem sein Distanzwurf ist legendär schlecht.
Trotz der glücklichen Hand bei der Verpflichtung von Nadjfei und McElroy darf nicht vergessen werden, dass mit sehr schlechten Transfer wie denen von Bradley, Thompson, Stefanovic und Subotic sehr viel Geld verbrannt wurde. Das darf Alba unter keinen Umständen noch einmal passieren. Baustellen gibt es genug – es fehlen (wenn man annimmt, dass auf der 1 das Duo Hamann/Brown spielt, was bei beiden ja noch nicht sicher ist) auf jeden Fall noch ein Center, der gut genug ist in der Starting-5 zu stehen, damit der alternde Patrick Femerling entlastet werden kann. Weiterhin besteht Bedarf auf den Flügelpositionen. Ob wir Nikolic und Doijcin nächstes Jahr wiedersehen, ist unklar. Beide haben in Bestform sicherlich internationales Format, konnten diese aber nicht konstant abrufen. Nadjfei, der sicher wieder mehr auf der 4 spielen darf, wird nicht jünger. Hier muss Alba einen richtigen Kracher verpflichten. Ein Kaliber wie Jan Jagla etwa, der aber wohl nicht zu bezahlen sein dürfte, spielte der doch eine sehr gute Saison beim Uleb-Cup & Copa del Rey-Gewinner Joventut Badalona.
Trotz des Meistertitels steht Baldi & Co. also viel Arbeit ins Haus, damit die nächste Saison vielleicht noch erfolgreicher wird als 2008. Abschließend ein paar Bilder, die Herr P. von der Meisterfeier der Albatrosse schoss. Herrschaftszeiten, ist Patrick Femerling groß.

Hamburg meine Perle.

… du wunderschöne Stadt. So singt es Lotto King Karl vor jedem HSV-Heimspiel. Er lügt ein wenig. Zumindest ein Großteil dieser Siedlung an der Elbe ist potthässlich. Noch viel unsympatischer macht die Hansestadt nur noch der ÖPNV. Bitte Thilo, versuch doch mal nach Mitternacht von St.Pauli nach Bergedorf zu kommen, bevor du nochmal die Forderungen der tüchtigen Frauen und Männer von der BVG als unverfroren abtust.
Aber schließlich fuhr ich nicht zum Sightseeing nordwärts, sondern um den Pokalsieg für ALBA zu bejubeln und Konzerte von tollen Bands zu besuchen. Zumindest letzteres Vorhaben ward von Erfolg gekrönt. Obwohl ich mit „Tempo, Tempo“ vorher nicht so recht warm werden wollte, hatten mich die Herren von Blackmail am Tag der Arbeit sofort. Diese Melodien … butterweich machte Kurt mein Herz. Die neuen Songs funktionierten live bestens, der grauslige Rockpalast-Auftritt vom Visions-Festival in Köln war wohl nur der fehlenden Eingespieltheit geschuldet. Kleine Wermutstropfen: konstant weigern sich die Koblenzer, Songs von ihren ersten beiden Alben ins Set aufzunehmen (Ausnahme auf der letzten Tour: Dental Research ’72), und anstelle vom zugegebenermaßen lustigen Abschlußgewitter aus „Friend“ und dem Scumbucketschen „Images of Devils burn“ würde ich so gerne mal „The Day the Earth stood still“ live sehen.
Am nächsten Tag Smoke Blow – trotz großer Müdigkeit ließ ich mich dazu hinreißen, ganz vorne zu stehen, und es hat sich gelohnt. Nur vier Songs vom aktuellen Album (von denen zwei wirklich schlecht waren, aber immerhin boten sie eine Verschnaufpause), der Rest waren Hits. Schweißgebadet raus auf den Kiez. Dort sollte man sich aber besser auch nur noch in den einschlägigen Alternativ-Butzen aufhalten, die Touri-Gegenden sind schwerlich auszuhalten. Es hat handgestoppte 27,3 Sekunden gedauert bis ich nach Verlassen eines grauenvollen 80er Jahre-Schuppens die erste Prügelei geboten bekam.
Das TOP-4 schließlich war eine einzige Enttäuschung. Es war klar, dass die Auslosung die beiden stärksten Mannschaften schon im Halbfinale aufeinandertreffen ließ – aber das die Albatrosse sich auf diese Art und Weise von Artland abfrühstücken ließ, lässt für die Playoffs Schlimmes vermuten. Die Schlüssel: Thompson – die Personifizierung der Lethargie, der in der wahrscheinlich spielentscheidenden Situation einen leichten Tip-In versemmelte und danach dumm foulte. Unsere Freiwurfquote – 10 von 18, das darf man sich gegen eine so eiskalte Mannschaft wie die Quakenbrücker einfach nicht leisten. Die wurden schließlich völlig verdient gegen eine zwar stark kämpfende, aber letztlich an fehlendem Wurfglück verzweifelnde (vor allem die sonst so stabilen Werfer Woudstra und Schaffartzik blieben blass) Ludwigsburger Mannschaft deutscher Pokalsieger. ALBA verdaddelte auch das Trash-Game um Platz 3 und zog sich damit den Unmut der mitgereisten Fans, die ihre Mannschaft bis dato wirklich großartig unterstützten, zu (hier ein paar Fotos, wer Herrn P. und mich erspäht bekommt ein Bier).
Fazit: Wenn Sport nur halb so berechenbar wie Musik wäre, würde ich nicht so jung sterben.

NBA over Europe.

Natürlich drangen die Gerüchte schon lange bis in die Hauptstadt durch, jetzt ist es offiziell: die NBA macht auf ihrer Europa-Tour auch in der Anschutz-Arena Halt. Am 14.Oktober tragen dort die Washington Wizards und die New Orleans Hornets (vormals: Charlotte Hornets – man denke nur an Muggsy Bogues, Larry Johnson oder Vlade Divac in den blauen Jerseys) ein Freundschaftsspiel aus. Gelegenheit also, sich Spieler wie Chris Paul, Bonzi Wells, Peja Stojakovic, Gilbert Arenas und Antawn Jamison mal aus der, nun ja, „Nähe“ anzuschauen.
Hier die Termine der Europa-Tour im Überblick.
Wann Comissioner Stern allerdings mal auf die simple Idee kommt, die ausländischen Stars in der jeweiligen Heimat auftreten zu lassen, im Klartext: mal die Mavs zu Gastspielen nach Deutschland zu schicken, lässt sich leider nicht absehen.