Meister !

Alba Berlin ist deutscher Meister. Nach einer wirklich schwierigen Saison lief das Team in der wichtigen Endphase endlich rund, und schloss die Playoffs mit souveränen 9:2 Siegen als verdienter Meister ab. Nach 5 Jahren konnte Alba also wieder das große Potenzial nutzen, das dem Branchenprimus zur Verfügung steht – das gilt es jetzt auch auf die internationale Ebene zu übertragen. Vorher gilt es allerdings, sich abzeichnende Probleme offensiv anzugehen.
Mit dem Einzug in die EuroLeague ist höchstwahrscheinlich der Umzug in die O²-World nahe des Ostbahnhofes verbunden. Diese 17.000 Zuschauer fassende Arena zu füllen, dürfte ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Die Aussicht auf gähnende Leere und schlechte Stimmung auf den Rängen weckt jetzt schon den Unmut der Fans.
Ein ebenso heißes Eisen ist die Personalpolitik. Gerüchte um eine Verpflichtung von Steffen Hamann halten sich hartnäckig. Der Nationalspieler ist unter Berliner Fans ungefähr so beliebt wie alkoholfreies Bier, Spiele in der Max-Schmeling-Halle gerieten für Steffi immer zu Spießrutenläufen. Auch werden seine Qualitäten als Point Guard stark angezweifelt, vor allem sein Distanzwurf ist legendär schlecht.
Trotz der glücklichen Hand bei der Verpflichtung von Nadjfei und McElroy darf nicht vergessen werden, dass mit sehr schlechten Transfer wie denen von Bradley, Thompson, Stefanovic und Subotic sehr viel Geld verbrannt wurde. Das darf Alba unter keinen Umständen noch einmal passieren. Baustellen gibt es genug – es fehlen (wenn man annimmt, dass auf der 1 das Duo Hamann/Brown spielt, was bei beiden ja noch nicht sicher ist) auf jeden Fall noch ein Center, der gut genug ist in der Starting-5 zu stehen, damit der alternde Patrick Femerling entlastet werden kann. Weiterhin besteht Bedarf auf den Flügelpositionen. Ob wir Nikolic und Doijcin nächstes Jahr wiedersehen, ist unklar. Beide haben in Bestform sicherlich internationales Format, konnten diese aber nicht konstant abrufen. Nadjfei, der sicher wieder mehr auf der 4 spielen darf, wird nicht jünger. Hier muss Alba einen richtigen Kracher verpflichten. Ein Kaliber wie Jan Jagla etwa, der aber wohl nicht zu bezahlen sein dürfte, spielte der doch eine sehr gute Saison beim Uleb-Cup & Copa del Rey-Gewinner Joventut Badalona.
Trotz des Meistertitels steht Baldi & Co. also viel Arbeit ins Haus, damit die nächste Saison vielleicht noch erfolgreicher wird als 2008. Abschließend ein paar Bilder, die Herr P. von der Meisterfeier der Albatrosse schoss. Herrschaftszeiten, ist Patrick Femerling groß.