Fight Fire with Fire

Wie rettet man ein System ? Mit systemkonformen Maßnahmen. Unserem kapitalistischen Staat fällt zur Rettung des Finanzsystems folgerichtig ein, einfach noch mehr Geld in den Kreislauf zu pumpen. Zur Erinnerung: zur Krise kam es nur, weil schon viel zu viel Geld da war, ohne dass sich dafür ein realer Tauschwert gefunden hätte. Man mag einwenden, dass der Regierung nichts anderes übrig blieb, wollte sie nicht den totalen Kollaps riskieren. So richtig dies ist, ändert es nichts an der Tatsache, dass ein anderer Weg eingeschlagen werden muss, soll sich die ganze Misere nicht in ein paar Jahren wiederholen. Entgegen der Annahme etwa Peer Steinbrücks oder Volker Kauders ist es nicht etwa so, dass die Amerikaner grob fahrlässig gehandelt hätten, und unser Finanzsystem dies nun ausbaden müsse. Nein, es wurden politische Fehler gemacht. Hedge-Fonds wurden zugelassen. Der Handel mit Kreditverbriefungen nicht eingeschränkt. Steuerinseln, auf denen sich Private Equity-Firmen tummeln, sind immer noch nicht geschlossen worden. Die Bankenaufsicht ist ineffizient. All dies passt in den vielzitierten Ordnungsrahmen, den die Politik setzen muss. Tut sie dies nicht, stehen wir bald wieder hilflos da, und die nächste Billionen-Bürgschaft muss gegeben werden. Für die USA, für Deutschland und all die anderen großen Länder so gut wie kein Problem. Unwahrscheinlich, dass die BRD Staatsbankrott anmelden muss. Aber was ist mit den kleinen Volkswirtschaften, die mit Währungsspekulation zu kämpfen haben – nach Thailand (vor der Asienkrise) traf es nun Island – oder den ärmsten Ländern, deren Bevölkerung hart unter den auch durch die Geldmengensteigerung verursachten erhöhten Nahrungsmittelpreisen leidet ?
Die Rezepte sind da, nur die Umsetzung wird so gut wie unmöglich. Jeder weiß das. Der ehemalige Chef der Berliner Landesbank sagte in der ARD, dass man eigentlich jede Währung der Welt um ein Drittel abwerten müsste – in einem Ton, der deutlich machte wie unwahrscheinlich eine Umsetzung tatsächlich ist. Die Zähmung der Spekulanten, Hedgefonds und Private Equity-Firmen wird von den großen Ländern der G8 blockiert. Auf dass es bald wieder kracht.

Update – Sport

Viel zu viele Wochen sind in der neuen Saison schon vergangen, ohne dass ich meinen höchst wichtigen Senf zu den Ereignissen rund um Alba, FC und FCH gegeben hätte. Deswegen zunächst ein kurzes Update.

Beginnen wir mit dem erfreulichsten – Alba. Eine Mannschaft mit soviel Potenzial hat Basketball-Deutschland seit dem seligen Wendell Alexis wohl nicht mehr gesehen. In der BBL wurde bisher alles locker vom Parkett geschickt – soweit, so planmäßig. Am 23.10. aber kommt mit Lottomatica Rom der erste Gegner einer Euroleague-Gruppe, die sich gewaschen hat. Fünf Siege braucht man, um weiterzukommen, so die Prognose Luka Pavicevics. Das wird eine enorm schwere Aufgabe, aber es gibt Grund zum Optimismus. Die neuen Aufbauspieler lassen es zwar (im Gegensatz zu einigen anderen im Team – siehe Jenkins und Nadjfeji) bisher an Assists mangeln, überzeugen aber in der Defensive (Hamann) und beim Scoren (Wright). Casey Jacobsen scheint abgezockt genug für einige 100%-Spiele von der Dreier-Linie, und Ansu Sesay ist ein kompletter Vierer, auf beiden Enden des Courts stark unterm Korb und gefährlich aus der Distanz. Lediglich Adam Chubb findet seine Form noch nicht, zu allem Überfluss ist Patrick Femerling noch nicht fit. In Bestbesetzung sollte das Team jedoch keine Probleme haben, den nationalen Titel zu verteidigen, und in Europa den ein oder anderen Sieg zu landen.
Ein Wort zur OZwo-World: Es ist die Halle des Teufels, ja. Essen und Trinken schweineteuer, überall sitzen Bonzen oder von Bonzen eingeladene Unwissende, die Werbung für all die tollen Events nervt schwer. Aber es steht immer noch Alba auf dem Parkett. Ich gehe ja schließlich auch noch ins Ostseestadion, obwohl es längst SchadedassdieDKBnichtpleitegegangenist-Arena heißt.
Damit kommen wir auch schon zum Sorgenkind. Mit Hansa geht es mir wie so manchem Experten mit Bayern München. Man sieht dass es nicht läuft, aber man kann sich beim besten Willen nicht erklären wieso. Ein Beispiel, das letzte Auswärtsspiel in Ingolstadt. Hansa beginnt konzentriert, agiert konsequent und geht folgerichtig nach einer Viertelstunde in Führung, nach einem sehenswert herausgespielten Treffer von Cetkovic. Unerklärlicherweise kommt es in der Folge zu einem Bruch im Spiel, trotzdem fällt der Ausgleich letztlich aus dem Nichts. Gledson sieht schließlich nach einem dummen Foul an der Außenlinie 20 Sekunden nach Anpfiff der 2.Halbzeit Gelb-Rot. Das Schicksal nimmt seinen Lauf, das Spiel geht 2:4 verloren.
Völlig unnötige Gegentore und unerklärliche Nachlässigkeiten markieren in dieser Saison den Weg des FCH, genauso wie souveräne Siege (St.Pauli, Aachen) und Großtaten (Frankfurt). In der Spielanlage im Vergleich zur letzten Saison teils stark verbessert (was zum größten Teil den guten Neuverpflichtungen Retov und Schindler zu verdanken ist), steht letzten Endes viel zu wenig Zählbares, sprich Punkte. Da wünschen sich Spieler wie Fans den so oft, in diesen Tagen auch von den Bayern, beschworenen „Lauf“. Wo die dafür nötige Konstanz herkommen soll, bleibt fraglich.
Christoph Daum hofft, das Geheimnis der Konstanz gefunden zu haben. In putziger Hobbygärtner-Sprache informierte er die Öffentlichkeit, er habe das Team einfach gegossen und gegossen, bis ein zarter Spross (der Sieg gegen Schalke) sich zu einem kleinen Bäumchen (Sieg gegen die Borussia aus Ostholland) entwickelte. Getreu seinem Mantra „Ein Sieg kann Zufall sein, zwei Siege Glück, aber drei Siege sind der Lohn für harte Arbeit“ soll nun ein Heimsieg gegen Cottbus folgen. Die Chancen stehen gut, aber Vorsicht: am Lausitzer Beton haben sich schon Offensivreihen die Zähne ausgebissen, die den Namen auch verdienen. Köln jedoch erspielt sich kaum klare Torchancen, ist im Spiel nach vorne oft noch viel zu harmlos. Trotzdem kann es bei einer weiterhin guten Entwicklung der Mannschaft sein, dass eine für den gemeinen FC-Fan unvorstellbar komfortable Situation entsteht: eine Rückrunde, in der einem nicht ständig Angst und Bange wird ob der Zukunft des FC.

Thou shalt always kill.

Thou shalt not steal if there is direct victim.
Thou shalt not worship pop idols or follow lost prophets.
Thou shalt not take the names of Johnny Cash, Joe Strummer, Johnny Hartman, Desmond Decker, Jim Morrison, Jimi Hendrix or Syd Barret in vain.
Thou shalt not think that any male over the age of 30 that plays with a child that is not their own is a peadophile… Some people are just nice.
Thou shalt not read NME.
Thall shalt not stop liking a band just because they’ve become popular.
Thou shalt not question Stephen Fry.
Thou shalt not judge a book by it’s cover.
Thou shalt not judge Lethal Weapon by Danny Glover.
Thall shalt not buy Coca-Cola products. Thou shalt not buy Nestle products.
Thou shalt not go into the woods with your boyfriend’s best friend, take drugs and cheat on him.
Thou shalt not fall in love so easily.
Thou shalt not use poetry, art or music to get into girls’ pants. Use it to get into their heads.
Thou shalt not watch Hollyoaks.
Thou shalt not attend an open mic and leave before it’s done just because you’ve finished your shitty little poem or song you self-righteous prick.
Thou shalt not return to the same club or bar week in, week out just ’cause you once saw a girl there that you fancied but you’re never gonna fucking talk to.

Thou shalt not put musicians and recording artists on ridiculous pedestals no matter how great they are or were.
The Beatles… Were just a band.
Led Zepplin… Just a band.
The Beach Boys… Just a band.
The Sex Pistols… Just a band.
The Clash… Just a band.
Crass… Just a band.
Minor Threat… Just a band.
The Cure… Just a band.
The Smiths… Just a band.
Nirvana… Just a band.
The Pixies… Just a band.
Oasis… Just a band.
Radiohead… Just a band.
Bloc Party… Just a band.
The Arctic Monkeys… Just a band.
The Next Big Thing.. JUST A BAND.

Thou shalt give equal worth to tragedies that occur in non-english speaking countries as to those that occur in english speaking countries.
Thou shalt remember that guns, bitches and bling were never part of the four elements and never will be.
Thou shalt not make repetitive generic music, thou shalt not make repetitive generic music, thou shalt not make repetitive generic music, thou shalt not make repetitive generic music.
Thou shalt not pimp my ride.
Thou shalt not scream if you wanna go faster.
Thou shalt not move to the sound of the wickedness.
Thou shalt not make some noise for Detroit.
When I say “Hey” thou shalt not say “Ho”.
When I say “Hip” thou shalt not say “Hop”.
When I say, he say, she say, we say, make some noise… kill me.
Thou shalt not quote me happy.
Thou shalt not shake it like a polaroid picture.
Thou shalt not wish you girlfriend was a freak like me.
Thou shalt spell the word “Pheonix” P-H-E-O-N-I-X not P-H-O-E-N-I-X, regardless of what the Oxford English Dictionary tells you.
Thou shalt not express your shock at the fact that Sharon got off with Bradley at the club last night by saying “Is it”.
Thou shalt think for yourselves.

And thou shalt always… Thou shalt always kill!

Alles eine Frage der Perspektive.

Der „freie“ Westen ist erregt. Da wird von einem Verstoß gegen das Völkerrecht geredet, von unangemessenem Einsatz kriegerischer Mittel, von einer unakzeptablen Provokation.
Nein, es geht nicht um die Unabhängigkeit des Kosovo oder gar den NATO-Krieg gegen Jugoslawien. Der Westen vergisst schnell. Es geht um die russische Vorgehensweise in der sogenannten „Kaukasus-Krise“. Russland nimmt dort seine eigenen Interessen wahr, und dies auf eine Art und Weise, die international üblich ist und erwartbar war. Keiner der Führer des Westens ist so ehrlich, dies nüchtern und sachlich zu konstatieren. Keiner würde zugeben, was ein ähnliches Eingreifen Serbiens im Kosovo für Folgen nach sich gezogen hätte. Die Serben wussten das eh ganz genau, hatten sie es doch schon einmal am eigenen Leib erfahren müssen.
Aber so ist das in den Internationalen Beziehungen. Der kategorische Imperativ gilt nicht. Das Recht liegt immer auf der Seite der Mächtigen – siehe das Internationale Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. Dabei war es gerade das Ziel der amerikanischen Protagonisten der Nürnberger Prozesse, nicht den Eindruck von Siegerjustiz aufkommen zu lassen. Um die Internationalen Beziehungen auf eine solide, krisensichere Basis zu stellen, sollte man sich eben dieses Zieles entsinnen, und objektive Leitlinien für das Miteinander finden, bevor es zu einem folgenschweren Gegeneinander kommt – und um sinnloses Leid wie das der Georgier, die hilfloser Spielball zwischen NATO und Russland sind, zu ersparen.

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Die Journalisten, die von der Olympiade in Beijing berichten wollen, haben keinen unbeschränkten Zugriff auf das Internet.
Drei Dinge dazu.
Erstens: Wer hätte es gedacht ?
Zweitens: Es ist dies die Verfahrensweise eines Behemoths, eines brutalen Staates, der die innerhalb seiner Grenzen Anwesenden unterdrückt und ihnen wichtige Teile ihrer Freiheit vorenthält. Dafür gibt es keine Entschuldigung.
Drittens: Die Reaktion einiger Medien darauf ist mal wieder an Dummheit kaum zu überbieten. Ein Beispiel gefällig ? Am gestrigen Donnerstag, den 31.Juli 2008, heißt es in der Berliner Zeitung in einer von AFP & AP zusammengeschriebenen Meldung (leider nicht im Textrarchiv verfügbar, deswegen nicht verlinkt): „Zahlreiche Seiten mit kritischen Inhalten sind gesperrt und schränken die Berichterstattung aus China ein. Informationen über politische Vorgänge oder die Menschenrechtslage sind für die zu den Spielen erwarteten 5000 Journalisten damit kaum mehr zu recherchieren.“
Was für ein Armutszeugnis. Ohne Internet also keine Recherche ? Wie genau haben eigentlich Carl Bernstein & Bob Woodward nochmal Watergate aufgedeckt – per Satellitenbild von Google-Maps ? Genau hier manifestiert sich, was jedem aufgeklärten Beobachter der Berichterstattung über China sauer aufstoßen muss: da wird munter darauf los kritisiert, aber nur aus ein und denselben tendenziösen Quellen übernommen. Kein Wort gegen Amnesty International, aber auch deren Angaben müssen überprüft werden. Ganz zu schweigen von den Informationen, die man von so obskuren Vereinen wie der Falungong-Sekte, irgendwelchen Freunden für Tibet oder gar dem Schmunzelmonster Gyatso höchstselbst bekommt.
Und wer rettet heute die Ehre ? Die Sportredaktion der Berliner, sowieso das Glanzstück des schwer angeschlagenen Zeitungshauses. Und zwar mit dem letzten Absatz dieses Textes.